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Zwei Tage begutachtete eine Jury 31 eingereichte Arbeiten, dann stand der Sieger des Architekten-Wettbewerbs für die Sport- und Kulturhalle am Wiesweiher fest: Den ersten Preis errang das Büro h.s.d. aus Lemgo.PEGNITZ - Rund 140 Architekturbüros aus ganz Europa hatten sich ursprünglich beworben, 35 wurden ausgesucht; letztlich beteiligten sich 31.
Und die brüteten ganz unterschiedliche Lösungen aus, fanden Ideen, die aus Pegnitzer Perspektive ungewohnt erscheinen, aber zumindest bei diesen Wettbewerb frischen Wind in die Stadt bringen werden. Die Entscheidung der Jury und die einzelnen Entwürfe werden sicher kontrovers diskutiert werden - aber das ist gewollt - die Bürger sollen sich Gedanken machen über das künftige Erscheinungsbild an einer zentralen Stelle der Stadt.
«Eine Knochenarbeit»
Am Mittwoch nun die mit Spannung erwartete Preisverleihung in der Wiesweiherturnhalle, die ebenso wie das Hallenbad abgerissen wird. An ihre Stelle soll die neue Sport- und Kulturhalle entstehen. «Es war eine Knochenarbeit», beschrieb Bürgermeister Manfred Thümmler die Aufgabe der Jury. Er vertrat zusammen mit den Stadträten Christa Bauer, Günter Bauer und Uwe Raab die Stadt Pegnitz; fünf Architekten nahmen als Fachpreisrichter teil.
Als Berater waren die Schulrektoren Helmut Graf und Wolfgang Leipert mit von der Partie. Vorsitzender der Jury war Professor Michael Stößlein aus Nürnberg.Diese Vorgaben sollten die Teilnehmer des Wettbewerbs umsetzen: durch geschickte Anordnung der Räume Synergieeffekte erreichen, die eine praktikable multifunktionale Nutzung erleichtern, eine Wechselbeziehung zwischen Innen- und Außenräumen sowie eine nachhaltige, energieoptimierte Bauweise.
Diplomingenieur Klaus Greim vom Büro ghsw aus Hof arbeitete ein Raumprogramm aus. Ihm attestierte Bürgermeister hervorragende Arbeit geleistet zu haben. Bei der Begutachtung der Werke war absolute Anonymität gewährleistet. Keiner der Jurymitglieder wusste, welcher Entwurf von wem stammt. Professor Stößlein sprach von einer «wunderbaren Zusammenarbeit». Man habe ständig abwägen müssen. Und er stellte klar: «Die Jury will niemand etwas aufoktroyieren.»
Zum Schluss habe für alle festgestanden, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.Christian Decker vom Siegerbüro h.s.d aus Lemgo stellte fest: «Es war ein hochkarätiges Teilnehmerfeld.» Sein Büro habe sehr auf Wirtschaftlichkeit geachtet. Den Siegerentwurf beschrieb er als «kompakt mit einer klaren Formensprache». Bei der Verkehrsführung habe man keine Änderungen vorgesehen, da der Verkehr funktioniert.
Als Lohn für den ersten Preis überreichte Bürgermeister Thümmler 15 470 Euro.Gunther Bayer vom zweitplatzierten Büro Bayer & Strobel aus Kaiserslautern bekam 10 700 Euro. Er bedankte sich, dass sein junges Büro als Berufseinsteiger eine Chance bekommen habe. Ihm sei wichtig gewesen, den Bezug zum Park herzustellen und der Halle einen unverwechselbaren Charakter zu geben. Die Parkplätze wurden bei diesem Entwurf im Gebäude integriert.
Halle tiefer gelegt
Jeweils 8330 Euro erhielten die Drittplatzierten. Das Büro Bär, Stadelmann, Stöcker aus Nürnberg stellte den Gedanken der Kulturhalle in den Vordergrund ihres Planes; das Büro Kuntz + Manz fiel mit einer originellen Lösung auf: Sie nutzen die Baugrube, die beim Abriss des Hallenbades entsteht. Somit wird die Halle quasi «tiefer gelegt». Die Gebäudehöhe ist sehr gering. Der offene, gegliederte Baukörper macht einen schwebenden Eindruck.Die
Parkplätze ließ das Büro am jetzigen Ort.
Die Stadt kauft außerdem zweiEntwürfe für jeweils 3570 Euro an. Es sind Modelle von 3P aus Stuttgart und 03 aus München.
Stadtrat entscheidet
Wie Bürgermeister Manfred Thümmler erklärte, muss nun der Stadtrat vermutlich im Oktober entscheiden, welcher der vier preisgekrönten Arbeiten letztlich verwirklicht wird. Alle anderen Arbeiten sind aus dem Rennen.Wer sich selbst eine Bild von den 31 Arbeiten machen möchte, kann dies tun. Die Ausstellung in der Wiesweiherturnhalle ist bis zum 15. September jeweils von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.
Dia-Show der eingereichten Entwürfe unter www.nn-peg.de
Quelle:Hans-Jochen Schauer (Text) und Irene Lenk (Foto) für die Nordbayerischen Nachrichten www.nn-peg.de
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