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Achitekturwettbewerb Nationalpark Kellerwald

WLZ-FZ am 30. September 2005: Lokalteil
Wahl fällt auf transparentes "Baumhaus"
 

Nach zwölfeinhalb Stunden Beratung fiel ein eindeutiges Votum: Preisträger beim Architektenwettbewerb für das geplante
Informationszentrum Nationalpark Kellerwald ist das Büro "
h.s.d.architekten"aus Lemgo. Die Jury stellte den Beitrag nach der Entscheidung am späten Mittwochabend als "das mit Abstand überzeugendste Modell" vor: modern,einfach, mit großzügiger Verglasung und dabei wirtschaftlich.

Aus 24 Entwürfen wählte die rund 20-köpfige Jury beim Architektenwettbewerbfür das geplante Nationalparkhaus Kellerwald das Modell des Büros"
h.s.d.architekten" aus Lemgo. Der zweite Preis geht an H.H.S. Planer aus Kassel und der dritte an Architekt Christoph Nolda (Fritzlar) und Landschaftsplaner Klaus Eicke (Frankfurt).
Der Lemgoer Entwurf besticht durch große Transparenz und wird dabei als funktionell und wirtschaftlich beschrieben - alles Anforderungen, die dasGebäude am Nationalpark Kellerwald einmal erfüllen soll und die beim Wettbewerb ausgeschrieben waren.
"Das von uns ausgewählte Konzept leitet sich aus der Idee Wald her - und die Idee wird zum Prinzip", erklärt der Fachpreisrichter Professor HartmutEckhardt aus Darmstadt: Prägend sind runde, fließende Außenformen und ein großes Volumen.

Dabei ist es ein zurückhaltendes und doch ungewöhnlich
geformtes, klar gegliedertes und großzügig verglastes, eingeschossigesGebäude, "bei dem man außen schon sieht, was innen stattfindet", so Eckhardt. Es gibt Platz für Ausstellungen, Büros, Kino und ein nach Süden gerichtetes Café und Restaurant. Parkplätze sind in nordöstlicher Richtung
geplant.
Bis Ende Oktober soll die Planung für das Informationszentrum gediehen sein -
Ende 2006 soll das Gebäude am Ochsenbühl zwischen Herzhausen und Kirchlotheim bereits stehen. Erst im Juli hat die Planungsarbeit begonnen.
Alles muss schnell gehen, weil Fördergelder auf dem Spiel stehen. "Das ist eine große Herausforderung", sagte Bürgermeister Harald Plünnecke und äußerte sich "sehr zufrieden" mit der Wahl der Jury, die aus Fachleuten und
Sachpreisrichtern bestand. "Es ist gut, dass der Wettbewerb durchgeführt wurde - er brachte ein breites Spektrum an Ideen", unterstrich der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel, der wie Plünnecke und NationalparkleiterPeter Gaffert der Jury angehörte.

"Das Haus wird ein Hingucker", waren sich Dietzel und Gaffert am Mittwochabend einig.Rund 3,5 Millionen Euro sind für das Info-Zentrum vorgesehen - sind aber noch nicht zusammen. Bis zu 1,5 Millionen will das Land Hessen übernehmen, eine Million fließt aus Brüssel. Ein Förderantrag soll außerdem bei der Deutschen Bundesumweltstiftung gestellt werden. Auf den Hinweis, dass andere Naturparkkommunen diesen Geldfluss als "zweckentfremdet" kritisieren, sagte Dietzel: "Der Nationalpark ist Teil des Naturparks."


Das Nationalparkhaus war gestern Abend auch Thema bei der Sitzung der Vöhler Gemeindevertreter. Sie tagten in Oberorke, um eine Empfehlung über die Entwürfe abzugeben, denn die Gemeinde ist als Grundstückseigentümerin und Bauherrin in das Projekt involviert. Einstimmig folgte das Parlament der Entscheidung der Jury.

Bis zum 12. Oktober sind alle Entwürfe im Hotel Freund in Oberorke zu sehen.

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