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Grundsteinlegung für Nationalparkhaus Kellerwald

Nach Startproblem rasantes Tempo vorgelegt
von Cornelia Höhne
VÖHL-HERZHAUSEN. Nach knapp zweimonatiger Bauzeit wurde am Samstag symbolisch der Grundstein für das neue Nationalparkhaus gelegt.  

Bürgermeister Harald Plünnecke wies an der Baustelle auf das rasante Tempo hin. Während im Bayerischen Wald zwischen Planung und Einweihung des Nationalparkhauses 15 Jahre verstrichen, waren es in Vöhl zwischen der Bekanntmachung der Ergebnisse im Architektenwettbewerb und der Beschlussfassung durch die Gemeindevertretung zur Auftragsverteilung gerade zwei Monate. "Kaum noch zu toppen", freute sich Plünnecke. Am 21. Juli rückten die Baumaschinen an, am Samstag flanierten Besucher der Grundsteinlegung bereits auf dem Rohbau durch die künftigen Ausstellungsräume und besichtigten das Rundhaus, in dem der Kinosaal untergebracht wird. Da die ersten Mauern längst hochgezogen sind, mutete die symbolische Grundsteinlegung eher an wie ein Richtfest.

Nach "kleinen Startschwierigkeiten" beim Abschluss des Nutzungs- und Überlassungsvertrags mit dem Land Hessen sei der Bauzeitenplan mittlerweile bereits unterschritten.Nationalpark Kellerwald-Edersee und Nationalparkhaus seien zwar Einrichtungen des Landes Hessen, "aber profitieren davon wird ausschließlich die Region und damit auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg, der Tourismuskreis Nummer eins im Lande Hessen", ist sich Plünnecke sicher. Ein Teil der nicht erwarteten Mehrkosten soll bei den Gewerken eingespart werden. Plünnecke appellierte an den Landkreis Waldeck-Frankenberg, Zuschüsse zu gewähren für das Nationalparkhaus und weitere Infrastruktureinrichtungen. "Die Ederseeregion ist im Kreis die drittgrößte Kraft im Tourismus und möchte nicht als Stiefkind behandelt werden." Architekt Christian Decker vom Büro h. s. d. erläuterte die Planung des Gebäudes, das aus Naturelementen entwickelt wurde. "Ein abstrahiertes Waldhaus, das über dem Gelände zu schweben scheint."

Verblüfft zeigte er sich über das rasante Tempo von der Planung bis zum Bau. "Ich habe noch nie erlebt, dass ich von einer Gemeindevertretersitzung gleich den Auftrag mit nach Hause genommen habe.""Hier geht scheinbar alles fix", bemerkte Umweltminister Wilhelm Dietzel. Vormittags wurden die Verträge unterzeichnet und am Nachmittag rückten bereits die Bagger an, erinnerte er schmunzelnd. Angestrebt sei "keine Drosselgasse, sondern ein naturverträglicher Tourismus". Und hier sei ein guter Weg für Region und Land Hessen eingeschlagen. Dietzel überreichte für den Naturpark Kellerwald-Edersee einen Zuwendungsbescheid über 45 000 Euro. Die aktuelle WLZ-FZ, Münzen und Baupläne wurden in einem Kupferrohr eingemauert, damit sich nachfolgende Generationen irgendwann über das aktuelle Zeitgeschehen bei der Gründung des Nationalparkhauses informieren können.

Zimmermeister Nikolas Thomas (Vöhl) lötete das Rohr mit den Zeitdokumenten zu und Maurer Martin Wiesemann von der Baufirma Fisseler mauerte es in die Grundmauern ein. Die Jagdhornbläser aus Herzhausen und Umgebung unter der Leitung von Ernst Scriba umrahmten die Grundsteinlegung mit bekannten Weisen. Bei einem Imbiss im Gasthaus "Zum Edertal" in Kirchlotheim informierten Nationalparkleiter Peter Gaffert und Mitarbeiter Matthias Schlote über die geplante Ausstellung.

Bilder : Christian Richters

Quelle: Waldecksche Landeszeitung